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Duales Studium bei STULZ

Nach dem Abitur habe ich gemeinsam mit den anderen neuen Azubis, die eine Ausbildung in unterschiedlichen Berufszweigen absolvieren wollten, voller Neugierde und Tatendrang meine Lehre zur Mechatronikerin für Kältetechnik und parallel das BWL-Studium an der Berufsakademie begonnen.


In meinem Lehrbetrieb wurden uns zunächst alle Abteilungen vorgestellt. Eine Flut an Neuem und Unbekanntem folgte. Für mich, als Neuling in der Berufswelt, war das sehr aufregend. Rasch wurde ich in sämtliche Abläufe eingebunden und durfte nach ersten Einweisungen in der Fertigung vollkommen in die tägliche Arbeit einer Mechatronikerin für Kältetechnik einsteigen. Dass ich als Frau einen klassischen Männerberuf erlernte, war mir im Vorfeld klar. Tatsächlich war ich in meiner Berufsschulklasse die einzige Frau.

Die Anfangszeit war voller neuer Entdeckungen und Erfahrungen in allen Bereichen der Arbeit, d.h. nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch in der Ausführung von Arbeitsschritten und der Handhabung spezieller Werkzeuge und nicht zuletzt auch zwischenmenschlich mit den Kollegen. Für mich war es keineswegs vergleichbar mit der Schule. In der Lehre kam ich endlich dazu, neues Wissen auch praktisch anzuwenden und interessante Dinge noch viel tiefgründiger zu hinterfragen. Die Kollegen in den unterschiedlichen Bereichen der Fertigung mit ihren vielfältigen, technischen Ausbildungen waren stets gute Wissens- und Fähigkeitsvermittler (das Wort "Lehrer" möchte ich bewusst nicht verwenden, denn es ging über das reine Lehren hinaus). Die meiste Zeit der Lehre verbrachte ich im Betrieb.

Die Duale Ausbildung

Zügig hielten auch Berufsschule und Berufsakademie ("Uni") Einzug in meinen Alltag. Der theoretische Anteil erhöhte sich wieder, aber das gleichzeitige Erkennen von Zusammenhängen, sowohl im Kältekreislauf, als auch in betrieblichen Prozessen, machte die Themen schnell verständlich. Diese Verknüpfung von Theorie und Praxis half mir durch so manche Prüfung, denn der Transfer fiel mir so um einiges leichter. Die Berufsschule fand in "Blöcken" (Blockunterricht) statt. Es war immer spannend, von den Berichten der Mitschüler zu hören, die alle bunt gemischt aus Betrieben mit unterschiedlichsten Kunden kamen. So war von Schankanlagen und Kühlhäusern, über Arztpraxen und Bürokomplexe, bis hin zu Rechenzentren und Eislaufbahnen alles vertreten.

Ich lernte nicht nur, wo welche Art Kälteanlage zum Einsatz kommt und welche Funktionen sie haben muss, sondern auch welche physikalischen und chemischen Prozesse die Unterschiede begründen. In meiner Lehrfirma fing ich in der Fertigung an. Das hat mir zum fachlichen Einstieg sehr geholfen, ein Grundverständnis für den Kältekreislauf zu erlangen: die Fülle an Einzelteilen muss zu einem perfekt funktionierenden Gerät zusammengesetzt werden. Dass es tatsächlich so reibungslos funktioniert, habe ich mit den Kollegen in der Qualitätssicherung geprüft. Das fertiggestellte Gerät wird dort angeschlossen und auf seine einwandfreie Funktionalität getestet. Auch in diesen Teil der Fertigung wurde ich eingebunden und lernte die Software des jeweiligen Gerätes individuell zu konfigurieren und seine Funktion zu prüfen.

Vor Ort beim Kunden

Später in meiner Ausbildung bin ich mit Servicetechnikern zu Kunden gefahren. Hierbei konnte ich den kompletten Kältekreislauf bearbeiten: Ich wurde zu Neuinstallationen und Inbetriebnahmen mitgenommen, durfte Wartungen und Instandhaltungen durchführen und nicht zuletzt auch bei Notfällen die Fehlersuche am ausgefallenen Gerät unterstützen.

Außerdem wurde ich während meiner Lehrzeit für fünf Wochen im Service der Tochtergesellschaft in den Niederlanden eingesetzt. Eine tolle Erfahrung! Zu dieser Zeit war die Direkte Freie Kühlung in den Niederlanden schon sehr weit verbreitet. Unsere niederländischen Ingenieure haben Kanalsysteme für ganze Gebäude entwickelt und die betriebseigenen Präzisionsklimageräte nahtlos eingebunden. Für mich war es sehr lehrreich, an solchen komplexen Systemen zu arbeiten.

Die Lehre schloss ich nach drei Jahren als Hamburgische Landessiegerin ab.

Zur Berufsakademie ging ich überwiegend am Wochenende. Die Betriebswirtschaftslehre hatte inhaltlich zunächst wenig mit meinem Lehrberuf gemeinsam. Dennoch fand ich viele Schnittstellen zu meinem Berufsalltag, insbesondere hinsichtlich der Prozesse in der Produktion und dem Ablauf in der Materialwirtschaft. Ich lernte viele verschiedene Systeme kennen und erkannte, warum die Prozesse wie gesteuert werden. Zudem entwickelte ich eine neue Sichtweise auf den hohen Stellenwert des Vertriebs und Einkaufs im Gesamtablauf des produzierenden Unternehmens. Das Studium schloss ich regulär nach vier Jahren als Bachelor ab.

Im Anschluss an mein Studium ging es als Project Engineer im globalen Vertrieb für mich weiter. Hier muss ich die Kältetechnik mit der Betriebswirtschaftslehre projektspezifisch und kundenindividuell verknüpfen. Dieser Mix ergibt einen interessanten und abwechslungsreichen Alltag. Jeder Kunde hat individuelle technische Anforderungen und unterschiedliche Einkaufstrategien. Der Mix zwischen dem Erarbeiten der effizientesten, technischen Lösung, die allen Kundenwünschen gerecht wird, und dem Angebotsprozess mit stetigem Kontakt zum Kunden stellen für mich spannende Herausforderungen dar und lassen den Berufsalltag nie eintönig werden.

Nach wie vor partizipiere ich von dem vielfältigen Erfahrungsschatz der Kollegen. Herangehensweisen und Auftreten bei kniffligen Angeboten und auch die sehr unterschiedlichen Arten von internationalen Geschäftsbeziehungen musste ich erst von den erprobten Kollegen lernen. Bei technischen Sonderwünschen und sehr detaillierten Fragen arbeite ich viel mit dem Produktmanagement und der Entwicklung zusammen. Das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen erweitert fast täglich mein technisches Know-how.

 

 

 

Über die Autorin

Über die Autorin

Anna Wackernagel hat nach ihrem Abitur eine Lehre zur Mechatronikerin für Kältetechnik mit Gesellenbrief absolviert, parallel dazu ein Studium der Betriebswirtschaftslehre begonnen und mit dem Bachelor erfolgreich abgeschlossen. Sie arbeitet seit Juli 2016 als Project Engineer im globalen Vertrieb bei STULZ.

Kommentare (3)

  • Holger

    am 16.05.2017

    Ein spanender und interessanter Einblick in die verschiedenen Herausforderungen sowie den abwechslungsreichen Ablauf dieses Studiums. Danke dafür!

    Antworten
  • Sven

    am 08.06.2017

    Ein toller Beitrag!

    Antworten
  • Maike

    am 15.06.2017

    klingt spannend

    Antworten

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