Bundesagentur für Arbeit: Präzises Klima für sensible Daten

Hamburg, Januar 2005 - Heute können enorme Datenmengen auf immer kleinerem Raum verarbeitet werden. Doch die hohe Leistungsfähigkeit von IT-Komponenten fordert ihren Tribut. In nicht-klimatisierten Räumen ist die von den Geräten ausgehende Wärmelast so hoch, dass die Sicherheit der Daten nicht mehr gewährleistet ist. Das auf Präzisions-Klimatechnik spezialisierte Hamburger Unternehmen STULZ hat deshalb 415 Niederlassungen der Bundesagentur für Arbeit mit individuell angepassten Klimalösungen ausgestattet. Jetzt kann auch ein heißer Sommer den vielen Millionen Versicherten-Daten nichts anhaben.

Die Bundesagentur für Arbeit ohne leistungsfähige IT-Infrastruktur? Undenkbar. Jede der mehreren hundert Niederlassungen verfügt über modern ausgestattete Serverräume. Die BA verwaltet und verarbeitet eine Fülle personenbezogener Daten und muss monatlich diverse Zahlungen tätigen. Ein Ausfall der Hardware etwa durch Überhitzung hätte erhebliche Folgen für die Empfänger der Gelder. Da in den Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit in den zurückliegenden Jahren durch zusätzliche IT-Infrastruktur die Wärmelasten in den so genannten „RTEs“ (Räume für technische Einrichtungen) auf bedenkliche Werte anstiegen, erfolgte im Jahr 2003 eine öffentliche Ausschreibung: Es galt die RTEs in 415 Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit zu entwärmen.

Erste Planungsschritte und Umsetzung
Auf die öffentliche Ausschreibung im September 2003 bewarb sich auch das Hamburger Unternehmen STULZ GmbH. Der Klimatechnikspezialist überzeugte mit einer technisch flexiblen und dabei wirtschaftlichen Lösung sowie seiner hohen Kompetenz bei der Abwicklung zeitkritischer Projekte. Die Herausforderung für die Ingenieure und Planer von STULZ lag vor allem darin, bundesweit innerhalb von nur acht Monaten in den RTEs optimale Klimabedingungen zu schaffen. Dabei mussten neben den unterschiedlichen Raumgrößen, Außenverbindung und Ver- und Entsorgungsleistungen auch der Schallschutz berücksichtigt werden. Denn die RTEs liegen mitunter dicht neben normalen Büros aber auch dicht neben angrenzenden Wohnungen oder Hotels. Die Bundesagentur für Arbeit legte zudem besonderen Wert auf einen flächendeckenden Kundendienst, um bei Schäden schnelle Reaktionszeiten zu haben.

Aufgrund der räumlichen Nähe zum Hauptsitz der Bundesagentur für Arbeit wurde das Projekt von der STULZ-Niederlassung in Nürnberg gesteuert und koordiniert. Das Projektteam in Nürnberg war auch für die Kalkulation und Gerätedisposition verantwortlich. In allen zehn deutschen STULZ-Niederlassungen wurde jeweils ein Projektleiter benannt, der im Rahmen eines internen Kick-off-Meetings über den genauen Auftrag, den Umsetzungszeitraum und seine konkreten Aufgaben informiert wurde. Die Geräte lieferten die STULZ GmbH, Hamburg sowie die italienische Tochter STULZ S.p.A..

Organisiert in regionale Projektteams begannen die STULZ-Mitarbeiter mit einer umfangreichen Bestandsaufnahme der räumlichen Gegebenheiten in den ihnen zugeteilten Arbeitsagenturen. Die Niederlassungen der Bundesagentur für Arbeit verfügen über gänzlich unterschiedliche RTEs, die auf Grund der unterschiedlichen Lage in den Gebäuden und unterschiedlicher Größe stark differierende Wärmelasten aufweisen.

Die technische Lösung
Durch individuelle Präzisionsklima-Lösungen wird die Temperatur exakt kontrolliert. Herkömmliche Komfortklimageräte sind für die Klimatisierung von IT-Komponenten nicht geeignet. Präzisionsklimageräte dagegen sind in der Lage, höhere Wärmelasten abzuführen und sind überdies im Dauerbetrieb wirtschaftlich rentabler. Sie sind die erste Voraussetzung für eine sichere IT-Infrastruktur. Außerdem verlängert sich die Lebensdauer von Servern, Routern und Telefonanlagen, wenn diese in einem präzise klimatisierten Raum stehen.

Beim Projekt „Bundesagentur für Arbeit“ wurden je nach Klimatisierungsbedarf und räumlichen Bedingungen Geräte der Reihen STULZ TELECOM-LINE TEL-AIR mit dem Regelsystem C1010 sowie Geräte der STULZ COMPACT-LINE mit dem Reglersystem C1002 eingesetzt. Die TEL-AIR-Geräte haben den Vorteil, dass sie komplett innen aufgestellt werden können. Der Luftaustausch wird über einen Anschluss an ein in die Fensteröffnung eingebautes Wetterschutzgitter vorgenommen. Die reine Innenlösung eignet sich besonders dann, wenn keine bzw. nur eine zu weit entfernte Aufstellfläche für Außengeräte zur Verfügung steht oder aber wenn eine Außengeräteaufstellung z.B. aus Denkmalschutzgründen problematisch ist.

Bei Räumen ohne direkte Außenwand, wurde eine Split-Lösung aus der COMPACT-LINE gewählt. Hierbei werden die Innengeräte mit außen angebrachten Kondensatoren verbunden. Die eingesetzten Anlagen verfügen über eine Gesamtleistung von 4 bis 12 kW. In Relation gesehen wurden ungefähr ein Drittel Split-Lösungen und zwei Drittel reine Innenlösungen eingesetzt. Alle STULZ-Lösungen arbeiten sehr energieeffizient was sich positiv auf die Betriebskosten auswirkt. Eine Besonderheit der hier eingesetzten Lösungen ist die speziell für diesen Auftrag produzierte Schallschutzeinrichtung von STULZ. Die Geräte arbeiten dadurch äußerst leise. Bei einer Werksabnahme bei STULZ in Hamburg wurde die Einhaltung der Immissionsschutzbestimmungen bestätigt.

Die integrierten Regelsysteme der Präzisionsklimaanlagen ermöglichen eine zuverlässige und genaue Steuerung der Anlagen. Die Anlagen wurden bei Inbetriebnahme von STULZ-Technikern optimal auf die individuellen Bedingungen eingestellt. STULZ stellt darüber hinaus sicher, dass das technische Personal in den Dienststellen mit den Anlagen vertraut ist und sie bedienen kann. Ein Service-Vertrag stellt die bundesweite Wartung sicher.

Fazit
Präzisionsklima für Technikräume ist kein Luxus, sondern mit steigendem Technologiebedarf in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ein unverzichtbarer Bestandteil der IT-Planung. Die Menge der zu verarbeitenden Daten wird auch im öffentlichen Sektor weiter steigen.

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